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FILME


Women love women

In drei Episoden werden die Geschichten lesbischer Paare in unterschiedlichen Dekaden erzählt. Die Klammer bildet das Haus, in dem alle Episoden spielen. Im Jahr 1961 trauert Edith (Vanessa Redgrave) um ihre langjährige Freundin Abby, die durch einen tragischen Unfall ums Leben gekommen ist. Doch nicht nur, dass sie den Verlust ihrer Geliebten verarbeiten muss, sie muss sich auch gegenüber Abbys Familie und dem Krankenhauspersonal behaupten, die nicht wissen dürfen, dass sie ein Liebespaar waren.
Im Jahr 1972 lebt eine Wohngemeinschaft lesbischer Studentinnen in dem früheren Haus von Edith und Abby. Linda (Michelle Williams) verliebt sich in Amy (Chloe Sevigny), die sich eher wie ein Junge kleidet und denen die anderen Mädchen mit Anfeindungen begegnen.
Im Jahr 2000 schliesslich bewohnen Fran (Sharon Stone) und Kal (Ellen DeGeneres) das bereits bekannten Haus. Das lesbische Paar hat sich entschieden, ein Kind zu bekommen. Zunächst soll ein schwules Paar als Samenspender gewonnen werden, dann entscheiden sich doch beide für eine Samenbank. Der Weg zum Kind mit all seinen Hürden wird ebenso unterhaltsam wie nachdenklich aufgezeigt.
Der US-amerikanische Fernsehfilm aus dem Jahr 2000 wurde von dem TV-Sender HBO produziert. Es ist die Fortsetzung des Films Haus der stummen Schreie (If These Walls Could Talk), in dem es um das Thema Abtreibung ging und wo Demi Moore und Cher in den Hauptrollen zu sehen waren.


Chutney Popcorn

Die indischstämmigen Schwestern Reena (Nisha Ganatra) und Sarita (Sakina Jaffrey) führen ein westliches Leben in New York. Reena entwirft Henna-Tatoos, fährt Motorrad, kann mit ihrer indischen Herkunft nicht viel anfangen und lebt in einer lesbischen Beziehung. Dies missfällt jedoch ihrer Familie. Ihre Schwester Sarita dagegen ist verheiratet und bereitet den Eltern mit ihrem angepassten Lebensstil viel Freude. Nur mit dem Kinderkriegen will es nicht so recht klappen. Als Reena davon erfährt, will sie die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen, etwas zu tun, was ihrer ach so perfekten Schwester versagt bleibt und ihr als Leihmutter zum Kind verhelfen. Reenas Freundin Lisa (Jill Hennessy) ist von dieser Idee jedoch erstmal alles andere als begeistert …
Die amerikanisch-indische Co-Produktion von Regiedebütantin Nisha Ganatra aus dem Jahr 1999 gewann zahlreiche Preise auf Filmfestivals.


Antonias Welt

Die emanzipierte Antonia (Willeke Van Ammelrooy) kehrt nach Ende des zweiten Weltkriegs mit ihrer Tochter Danielle (Els Dottermans) in ihr Heimatdorf zurück, um ihre Mutter zu begraben. Die beiden beschliessen, dort zu bleiben und sich eine Existenz aufzubauen. Ohne engen Kontakt zu den übrigen Dorfbewohnern und vorerst auch ohne Männer bewirtschaften die Frauen ihren eigenen Hof. Als in Tochter Danielle der Mutterinstinkt erwacht, sucht auch diese sich lediglich einen Mann zur Befruchtung, hat aber anderweitig kein Interesse an einer Beziehung. Das soll sich erst ändern, als sie später die Lehrerin ihrer kleinen Tochter Therese kennen lernt und ihre Homosexualität entdeckt.

Antonia lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen und legt unerschütterlichen Optimismus und Durchhaltevermögen an den Tag, denn neben Geburten, Liebe und Hochzeiten gibt es auch weniger erfreuliche Ereignisse wie Selbstmord und Vergewaltigung zu überstehen.

Für die mit Schwung und vor allem viel Herz erzählte Familiensaga aus dem Jahr 1995 erhielt Regisseurin und Drehbuchautorin Marleen Gorris 1996 als erste Frau den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.